Bomben in Syrien legen auch Jesuiten-Hilfsangebote lahm

... wird im März in Zürich aus erster Hanbd berichten: Am Samstag, 10. März, spricht er im Abendgottesdienst der Katholischen Kirche in Eschlikon; am Sonntag, den 11. März, im Gottesdienst um 10 Uhr in Ingenbohl. 

Nach sieben Jahren Krieg ist kein Ende abzusehen. Pater Nawras Sammour SJ S war schon mehrfach zu Gast in Zürich. Wir wollten vorab von ihm wissen, was ihn und den JRS am meisten herausfordert und wie er die Lage einschätzt. „Uns beschäftigt zuerst die Frage, wie wir rein finanziell unser Engagement für andere aufrechterhalten können“, erklärt der Jesuit. „Wir erleben derzeit einer Phase der Gebermüdigkeit, Syrien steht nicht mehr oben auf der Prioritätenliste, auch nicht der Irak. Aber die Not ist da. Wir müssen also vorrangig Spendenakquise betreiben.»

Zudem hat sich die Sicherheitslage wieder verschlechtert. „Es schlagen immer wieder Mörsergranaten in Damaskus ein, einige ganz nah an unseren JRS-Zentren. Wir müssen uns daher um die Sicherheit derjenigen kümmern, denen wir helfen wollen, aber auch um die Sicherheit unserer Mitarbeitenden.“

Im Nordirak wiederum werde es angesichts der Konflikte zwischen der Zentralregierung in Bagdad und den Kurden immer schwieriger, Zugang zu den hilfsbedürftigen Menschen zu bekommen.

 „In der jetzigen Situation müssen wir als Flüchtlingsorganisation unsere Ressourcen bündeln und unsere Professionalität weiterentwickeln.“ Insgesamt arbeiten derzeit neun Jesuiten für den JRS in der MENA-Region, darunter drei Patres in Aleppo, Damaskus und Homs. Einen Schwerpunkt der Arbeit bilden Kinderprogramme und Projekte zur psychosozialen Begleitung der vom Krieg traumatisierten Menschen.

Der JRS, so Pater Nawras SJ, sei dazu übergangen, die direkte Nothilfe – Verteilung von Nahrungsmitteln, Kleidung und Geldbeträgen – zurückzufahren, da diese Aufgabe auch von anderen Organisationen und oft besser abgedeckt werde könne. „Stattdessen konzentrieren wir uns künftig mehr auf eine umfassende Betreuung der Bürgerkriegsflüchtlinge, auf Bildungsarbeit, die Sorge um den Lebensunterhalt, die Förderung individueller Fähigkeiten und die Versöhnungsarbeit in den Gemeindezentren.“

Der JRS schaut nach vorn: Es geht darum, Strategien für die Gestaltung der Zukunft und Lösungsansätze für dauerhafte Probleme zu entwickeln. Die medizinischen Programme will man aber unbedingt fortsetzen, dazu gehört auch der Betrieb einer stark auf Spenden angewiesenen Klinik in Aleppo. „Das ist uns nach wie vor sehr wichtig“, betont der Jesuit.

Auf die Frage nach dem Beitrag von Politikern zur Befriedung der Region gibt er eine unmissverständliche Antwort: Bei allem Respekt vor internationalen Initiativen: „Am Ende des Tages muss es aus meiner Sicht eine Vereinbarung zwischen den USA und Russland als den mächtigsten Staaten geben, und dann ebenso zwischen den regionalen Mächten Iran, Türkei und Saudi-Arabien. Nur so lässt sich der Konflikt in Syrien lösen. Der Krieg ist ja noch immer nicht beendet. Derzeit geht die Türkei gegen die Kurden vor. Ich kann das Schweigen der internationalen Gemeinschaft zum Krieg gegen die Kurden nicht verstehen.“

Die derzeitige Situation bezeichnet Pater Nawras schlicht als „Chaos“. Der Krieg habe sich in Syrien von den Zentren der grossen Städten immer mehr in die Regionen Idlib und Afrin verlagert. Doch auch in Damaskus werde weiterhin gekämpft. Hinzu kämen Angriffe des IS in den Wüstengebieten. „Die Menschen haben einfach Angst und vertrauen niemandem. In Gebieten, in denen es sonst nichts mehr gibt, versuchen wir, Kindern Unterricht zu erteilen oder den Familien, die im Libanon, in Jordanien oder in Syrien ums Überleben kämpfen, eine Existenzgrundlage zu geben.“ Die Gesellschaften im Irak wie am Syrien seien am Boden. Jeden Tag könneen sich die Umstände ändern, wie man gerade gesehen hat. „Darauf müssen wir uns einstellen“,  resümiert der Jesuitenpater.

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