Soheila aus Afghanistan: „Ich will ein Textilunternehmen gründen“

Afghanistan ist nicht gleich Afghanistan.Dennoch ähneln sich leider die Geschichten vieler Menschen dort, die unter den Kriegen und Kriegsherren, den Taliban oder dem IS, unter mangelhafter Bildung, Arbeitslosigkeit, Unterernährung oder schlechter medizinischer Versorgung leiden.

Was würden wir tun, wenn wir um unser Leben fürchten und gar kein Vorwärtskommen für uns sehen?

Nicht aufgeben, „dranbleiben“? So kann man das vielleicht nennen, was Soheila aus Afghanistan versucht. Auch ihre Kindheit war überschattet vom Schrecken des Krieges. Ihr Vater stirbt. Daraufhin flüchtet die restliche Familie nach Pakistan wie Millionen Afghanen es seinerzeit getan haben, die zum südlichen Nachbarn gingen oder in den Iran. Aber ihre Familie kehrte kurze Zeit später zurück.

Soheila kann einen Schulabschluss machen und Lehrerin werden. Sie will mehr. 2016 bekommt sie die Chance, ein Studium über das Digitalprogramm von „Jesuit Worldwide Learning (JWL)“. Besonders die Kurses in Soziologie begeistern die junge Frau. „Hier kann ich viel über verschiedene Länder und Menschen sowie deren Kulturen lernen“, sagt sie. Denn in ihrer virtuellen Lerngruppe tauscht sie sich nicht nur mit Studierenden aus Afghanistan aus, sondern auch mit jungen Männern und Frauen im Flüchtlingslager Dzaleka in Malawi. „Das gibt mir eine ganz andere Sicht auf viele Fragen“, erklärt Soheila. Sie weiss auch jetzt, was sie will: Nach ihrem Diplom-Abschluss, den die Regis University in den USA, eine von Jesuiten geführte Universität, verleiht, möchte sie ihr eigenes kleines Kleidungsunternehmen eröffnen.

Wussten Sie übrigens ... ?

  • 5000 Studierende aus 40 Ländern konnten bereits über JWL ausgebildet werden.
  • 10 000 sollen es bis 2020 sein. Das kostet Geld. 
  • 50 Prozent der Studierenden sind Frauen – auch und besonders im islamischen Umfeld.
  • 16 Hochschulen gehören zur JWL-Allianz und stehen für die Qualität des Studiums.
  • 180 Dozenten stellen die Studiengänge auf die Beine.
  • 16 Lernzentren mit Tutoren in 10 Ländern bieten Programme an, 2018 kommen neue Zentren dazu.

Soheila steht für viele Schicksale und dennoch ermutigende und erfreuliche Entwicklungen, für Erfolgsstorys also. JWL hat sie möglich gemacht. Wir stellen Ihnen in der Adventszeit bis zum Heiligen Abend zehn Menschen vor, die solche Geschichten von sich erzählen können.

JWL: Das Digital-Programm in Krisengebieten für die Kader von morgen

Bildung ebnet jungen Menschen Wege aus der Armut. Und das gemeinsame Lernen in online-Gruppen über religiöse, ethnische und kulturelle Grenzen hinweg ist der Schlüssel für eine friedliche Zukunft. Dies sind die Leitmotive von Jesuit Worldwide Learning (JWL), eine Organisation des Jesuitenordens mit Sitz in Genf und Büros in München und Washington. Unter der Leitung von Pater Peter Balleis SJ bietet JWL Flüchtlingen und anderen Benachteiligten in Krisenregionen und entlegenen Dörfern hochwertige Schulungen und zertifizierte Studienprogramme an.

Ihre Spende ist wichtig:

Ein Basis-Englischkurs kostet nur 600 Franken.

Für eine einjährige Berufsausbildung reichen bereits 1400 Franken.

Und mit 2000 Franken kann eine junge Frau oder ein junger Mann ein Jahr lang studieren (Zertifizierung durch die Regis University in den USA).


Hier geht es zur Online-Spende für Bildungsstipendien (JWL)

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