Sostar aus Damaskus: „Eines Tages wird man uns in Syrien brauchen“

„Das Lager ist inzwischen ein Stück Hoffnung für mich“. sagt Sostar*. Hoffnung? In einem Massenlager wie Camp Domiz I im unwirtlichen kurdischen Norden des Iraks? Hoffnung, obwohl ihr Traum Medizinerin zu werden, erst einmal platzte und sie das Studium in Damaskus schweren Herzens abbrechen musste?

Ja, Hoffnung. Denn Sostar hat seit ein paar Monaten wieder Zugang zu akademischer Bildung. Sie gehört zu einer Lerngruppe von sechs Studierenden im CAmp, die das digitale Angebot „Jesuit Worldwide Learning (JWL)“ nutzen dürfen und ein dreijähriges Diplom in Geistes- und Sozialwissenschaften absolvieren. So wie Sipan (s. Webtext vom 11.12.), oder auch Sorash, die ihr BWL-Studium abbrechen musste und ebenfalls froh über das neue Studienangebot via Tablet ist.

Die Ausbildung dieser sechs syrischen Flüchtlinge wird übrigens vom Bayerischen Landtag finanziert. Dahinter steht die Überzeugung, dass Bildung und die Fähigkeit zu kritischem Denken letztlich ein wichtiger Hebel für den Frieden sind. Und dafür braucht es Geld, Geld zur Erstellung der digitalen Unterrichtsmaterialien inklusive Prüfungsabwicklung durch die von Jesuiten geführte Regis University in den USA.

Sostar versteht ihr Online-Studium auch als soziale Verpflichtung. „Dieses Studium hilft mir, mein Denken über mein Leben und die Welt zu ändern und so auch meiner Gemeinschaft zu helfen. Denn wenn wir eines Tages nach Syrien zurückkommen, dann werden sie viele ausgebildete Leute brauchen, um unsere Heimat wieder aufzubauen.“

Sostar steht für viele harte Schicksale und dennoch ermutigende und erfreuliche Entwicklungen, für Erfolgsstorys also. JWL hat sie möglich gemacht. Wir stellen Ihnen in der Adventszeit bis zum Heiligen Abend zehn Menschen vor, die solche Geschichten von sich erzählen können.

Wussten Sie übrigens ... ?

  • 5000 Studierende aus 40 Ländern konnten bereits über JWL ausgebildet werden.
  • 10 000 sollen es bis 2020 sein. Das kostet Geld.
  • 50 Prozent der Studierenden sind Frauen – auch und besonders im islamischen Umfeld.
  • 16 Hochschulen gehören zur JWL-Allianz und stehen für die Qualität des Studiums.
  • 180 Dozenten stellen die Studiengänge auf die Beine.
  • 16 Lernzentren mit Tutoren in 10 Ländern bieten Programme an, 2018 kommen neue Zentren dazu.

JWL: Das Digital-Programm in Krisengebieten für die Kader von morgen

Bildung ebnet jungen Menschen Wege aus der Armut. Und das gemeinsame Lernen in online-Gruppen über religiöse, ethnische und kulturelle Grenzen hinweg ist der Schlüssel für eine friedliche Zukunft. Dies sind die Leitmotive von Jesuit Worldwide Learning (JWL), eine Organisation des Jesuitenordens mit Sitz in Genf und Büros in München und Washington. Unter der Leitung von Pater Peter Balleis SJ bietet JWL Flüchtlingen und anderen Benachteiligten in Krisenregionen und entlegenen Dörfern hochwertige Schulungen und zertifizierte Studienprogramme an.

Ihre Spende ist wichtig:

Ein Basis-Englischkurs kostet 600 Franken.

Für eine einjährige Berufsausbildung reichen bereits 1400 Franken.

Mit 2000 Franken kann eine junge Frau oder ein junger Mann ein Jahr lang studieren (Zertifizierung durch die Regis University in den USA).

So erhalten junge Menschen in Kriegs- und Krisenregionen eine gute Ausbildung, um dann in ihrer Heimat selbst Verantwortung übernehmen zu können!

Hier geht es zur Online-Spende für Bildungsstipendien (JWL)

Vielen Dank!

Ihre Spende hilft

Jetzt online spenden

Stiftung Jesuiten weltweit

PostFinance 89-222200-9
IBAN:CH51 0900 0000 8922 2200 9
BIC:POFICHBEXXX