Beistand für den Kongo

Für das, was in der Demokratischen Republik Kongo passiert, haben Konfliktforscher längst die Überschrift „Afrikanischer Weltkrieg“ gewählt. Sie sehen sich ratlos angesichts der schier endlosen Gewalt und Zerstörung. Der Kongo-Konflikt, der unvorstellbare Gräuel über die Zivilbevölkerung bringt, ermüdet auch viele Helfer. Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten bleibt trotzdem weiter im Einsatz.

Die Hoffnung wachhalten

Wozu noch ein Haus bauen, wenn die nächsten Rebellen schon wieder in Sicht sind? Warum eine Schule errichten, wenn ein Teil der Jugendlichen von Milizen angeworben wird und der andere Teil der Familien vertrieben wird? Wozu überhaupt einschreiten in einem gesetzlosen Chaos? In den nordöstlichen und östlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo wird die Einsatzbereitschaft aller Hilfsorganisationen einschliesslich der katholischen Kirche schwer strapaziert. „Man kann schon ein wenig die Hoffnung verlieren“, sagt Pater Peter Balleis SJ im Interview mit weltweit lakonisch. Und gleichzeitig macht der internationale Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) klar, warum sich seine Mitarbeiter neben Syrien voll auf die Hilfe für den Ostkongo konzentrieren. „Als JRS glauben wir und haben wir die Erfahrung, dass Bildung den Teufelskreis von Armut und Gewalt durchbrechen kann.“ Balleis zitiert Théophile Kaboy, den Bischof von Goma, der grössten Stadt der geschundenen Region: Durch den Wiederaufbau „halten wir die Hoffnung der Leute wach“. Und deren Freude motiviert wiederum die Helfer.

Flucht vor dem Terror

Beim Konflikt im Kongo, der seit mehr als zwei Jahrzehnten mit kurzen Unterbrechungen wütet, geht es um viele Streitpunkte gleichzeitig. Er hat mit Rohstoffen zu tun, mit dem Versagen der Justiz nach der Kolonialzeit, mit Rivalitäten zwischen Ethnien sowie aufständischen paramilitärischen Gruppierungen aus Nachbarländern, etwa aus Ruanda nach dem Völkermord von 1994. Die Dauerkrise und die Abwesenheit staatlicher Autorität haben ihre Wurzeln in der von Misswirtschaft geprägten Diktatur des kongolesischen Präsidenten Mobutu Sese Seko (1930–1997). Seit 2012 kämpft an vorderster Front die Rebellentruppe M23 gegen die kongolesische Armee. Beide Seiten bringen in der Region Nord-Kivu Terror übers Land. Die Vereinten Nationen verzeichnen Exzesse von Vergewaltigungen und Tötungen. Die schreckliche Folge für die Überlebenden: Fast eine Million Menschen leben derzeit als Flüchtlinge im eigenen Land, bedroht von Seuchen und existenzieller Armut. Vom Rest der Welt bleibt dieses Drama weitgehend unbeachtet.

Ansprache und Nothilfe in den Lagern

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst arbeitet weiterhin in den Flüchtlingslagern von Masisi, Mweso und Goma, um die Alltagsnöte der Geflohenen zu lindern. „Eine sehr persönliche Begleitung“ macht sich beispielsweise Schwester Inés Oleaga zum Ziel. Die spanische Ordensfrau leitet die JRS-Projekte in Masisi. Ihr Augenmerk liegt vor allem auf den Frauen. Sie brauchen Beistand, um traumatische Erfahrungen von sexueller Gewalt zu bewältigen oder um sich vor Zwangsarbeit zu schützen. Auch älteren Lagerbewohnern, Kranken und Waisen­kindern bieten die Flüchtlingshelfer gezielte Ansprache. Ausserdem geht es ihnen natürlich um die Bildung der Kinder und die Ausbildung der Lehrer. Der JRS arbeitet dafür mit den örtlichen Schulen zusammen und versucht, die Kinder aus den Lagern in den Schulalltag zu integrieren. Der Antrieb liegt im Glauben an eine bessere Zukunft des Kongo, des zweitgrössten Staates in Afrika. „Es ist unser Ziel, unsere Bildungsarbeit noch intensiver und gezielter für die Friedenserziehung und Versöhnung zu nutzen“, sagt JRS-Direktor Peter Balleis.

Projekt JRS Kongo

Land:
Kongo

Partner:
Romeo Cagatin SJ

Zielgruppe:
Flüchtlingsfamilien

Kontext:
Beistand und Hoffnung für die Opfer des andauernden Konfliktes.

So können Sie helfen:

  • 15 Franken kostet eine Plastikplane als Regenschütz für eine Hütte
  • 35 Franken beträgt der Preis für einen Sack Reis und Maismehl
  • 145 Franken kostet ein grosser Tank für sauberes Trinkwasser
  • 1.235 Franken kostet im Schnitt der Wiederaufbau eines Klassenzimmers

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