Bildungsprojekte in Afghanistan

Afghanistan ist nach wie vor ein Sorgenkind der internationalen Gemeinschaft. Wieder erstarkende Taliban, eine unsichere Zukunft und immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. Die Jesuiten im Land erleben aber auch eine hoffnungsvolle Seite: Kinder und Jugendliche mit enormen Hunger nach Bildung und viele Erwachsene, die an einer friedlichen Zukunft arbeiten.

Bildung für den Frieden

Schülerin in einer Schule in Herat.

Bombenanschläge, Selbstmordattentate, Korruption – die Nachrichten aus Afghanistan sind erschreckend. Aber es gibt auch Erfolgsmeldungen, z. B. die Arbeit der indischen Jesuiten, die seit 2004 hier leben. In Herat, im Nordwesten Afghanistans, war der Wiederaufbau einer Technischen Schule ein erster Meilenstein. An der Schule, die inzwischen an den Staat übergeben werden konnte, erhalten rund 600 Schüler eine fundierte, praxisorientierte Ausbildung, darunter rund 30% Mädchen – eine für Afghanistan erstaunliche Quote. In Kabul und in Bamiyan unterrichten Jesuiten an verschiedenen Universitäten und sind in der Lehrerausbildung tätig.

Hilfe für zurückkehrende Flüchtlinge

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit zurückkehrenden Flüchtlingen. Nach dem Sturz der Taliban kehrten viele voller Hoffnung aus Pakistan oder dem Iran zurück – und fühlen sich jetzt oft als Flüchtlinge im eigenen Land, entmutigt und ohne Perspektive. Die Jesuiten nehmen sich seit 2007 dieser Menschen an. In Sohadat, einer Rückkehrersiedlung nahe Herat, entstand eine Klinik, die wöchentlich 250 Patienten medizinische Grundver­sorgung bietet. Drei Selbsthilfegruppen für Frauen tragen dazu bei, dass ihr Selbstbewusstsein gestärkt wird und sie eine aktivere Rolle in der örtlichen Gemeinschaft übernehmen. So haben zwei Gruppen Lebensmittelgeschäfte eröffnet, eine produziert Seife. Im April 2009 nahm eine Schule den Unterricht auf, die mittlerweile von 180 Kindern und Jugendlichen besucht wird. Einige von ihnen haben bereits den Schritt an die Universität ge­schafft.

Watershed und Winterschulen in Bamiyan

Die Provinz Bamiyan ist das Kernland der Hazaras, einer ethnischen Minder­heit, die von den Taliban brutal verfolgt worden war. Die Armut in der atembe­raubend schönen Gebirgslandschaft ist enorm, der Bildungshunger der jungen Generation immens. Pater Stan Fernan­des SJ initiierte 2008 ein Watershed-Projekt, um die Landwirtschaft in den abgelegenen Regionen zu verbessern. So konnten die Ernteerträge beträchtlich gesteigert werden. Die Hazaras wissen, dass Bildung für ihre Söhne und Töchter die einzige Chance auf eine bessere Zukunft ist. Lange Zeit war ihnen der Zugang zu höherer Bildung völlig verwehrt gewe­sen. Auch jetzt ist das Schulniveau vor allem in den Dörfern erschreckend niedrig. Die Jesuiten reagieren mit einem speziellen Programm: Während der dreimonatigen Winterferien orga­nisieren sie in Dörfern der Provinzen Bamiyan und Daikundi Intensivklassen für Schüler wie auch für Lehrer.

Projekt Afghanistan

Land:
Afghanistan

Partner:
P. Stan Fernandes SJ

Zielgruppe:
zurückgekehrte Flüchtlinge, Kinder, Landbevölkerung

Kontext:
Die Arbeit der indischen Jesuiten in Afghanistan ist ein Projekt der Jesuitenkonferenz Südasien und des Jesuitenflüchtlingsdienstes (JRS).

So können Sie helfen:

  • 20 Franken kostet die Verpflegung eines Kindes in der Winterschule pro Monat.
  • 85 Franken kostet die Anschaffung einer Nähmaschine für Frauengruppen in Sohadat.
  • 160 Franken betragen die Baukosten pro Quadratmeter für den nötigen Ausbau der technischen Schule.

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