Endlich Schule!

Nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges erlangte Osttimor als jüngster Staat Asiens 2002 seine Unabhängigkeit. Bildungsinstitutionen müssen neu aufgebaut werden, Schulen und gut ausgebildete Lehrer fehlen im ganzen Land. In der neue Schule der Jesuiten vor Ort entstehen deshalb nicht nur Klassenzimmer für Schüler, sondern auch für künftige Lehrer.

Endlich Schule – Das Strahlen der Kinder spricht Bände

Für die Mädchen und Jungen in Kasait, im Nordwesten Osttimors, war der 15. Januar 2013 ein besonderer Tag: Ihre neue Schule eröffnete. Voller Aufregung konnten sie es kaum erwarten, endlich ihre Klassenräume betreten zu dürfen, auch wenn das Gelände teilweise noch einer Baustelle gleicht. Lange Zeit gab es gar keine Schule in der Gegend und vor allem keine, mit gut ausgebildeten Lehrern. Dass die Eltern sich über die neuen Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder freuen, ist leicht verständlich. Die Vorfreude der Kinder aber ist etwas ganz besonderes.

Eine Schule auch für Lehrer

„Fast die Hälfte der Erwachsenen in Osttimor sind Analphabeten. Zwar werden immer mehr Schulen gebaut, aber die Fortbildung der Lehrer bleibt eine Herausforderung. Selbst der ehemalige Bildungsminister hat mir gegenüber zugegeben, dass 75 Prozent der 12.000 Lehrer keine richtige Ausbildung haben“, erzählt uns P. Mark Raper, der als Präsident der Jesuitenkonferenz Asien-Pazifik auch für Osttimor zuständig ist. Alamiert von dieser Situation, verfolgen die Jesuiten vor Ort einen ehrgeizigen Plan: In Kasait soll neben einer Sekundarschule auch ein Institut zur Lehrerausbildung entstehen.

Mit dem Lastwagen zum ersten Schultag

Seit 2012 wächst in Kasait, 18km westlich der Hauptstadt Dili, das Instituto de Educação Jesuíta. Nach und nach entstehen die Klassenzimmer, die Bibliothek, die Gebäude für die Lehrerausbildung und der Sportplatz. Osttimor hat kaum Industrie, deshalb müssen fast alle Materialien importiert werden. So auch die Schulbänke. Sie sind ein Geschenk der Jesuiten in Japan und kamen gerade rechtzeitig zum ersten Schultag. Am Vorabend hat Bruder Noel Oliver noch geholfen, sie in den Klassenzimmern aufzubauen. Vieles ist noch ein Provisorium in Kasait, wie zum Beispiel der Schulbus. Einige Eltern haben sich zusammengetan, um aus Ermangelung an öffentlichen Verkehrsmitteln einen Lastwagen zu mieten. Jeden Morgen springen nun die Mädchen und Jungen voller Erwartung auf den Schultag von der Ladefläche des LKWs. Für sie ist die Schule heute schon – trotz Baustelle – der Grundstein für eine bessere Zukunft.

Video „A new School for a new Country“ (11 min)

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